CashChangeEconomics

Cash-Awareness für alle Führungskräfte- wieso?

By 25. Juni 2018 No Comments

Cash – Money – Geld

Was soll das mit dem Cash-Flow?
Wenn mich Kunden fragen, was im Moment meine Themen sind – dann können diese das kaum glauben. „Ich unterstütze Firmen und Konzerne dabei, ihr Cash im Unternehmen zu halten.“ Ich mache Cash-Awareness-Programme, die von der Finanzabteilung gesteuert werden.“ Klingt immer gleich ziemlich trocken, ist es aber nicht – es hat mehr mit dem Change zu tun, als mit Kennzahlen.

Cash-Initiative braucht aktive Mitarbeiter
Wenn ich einen Cash-Awareness-Workshop mache, dann steht die Wertschöpfung für den Kunden im Zentrum. Hier glaubt man an die Zukunft und den Wert der Innovation. In der Produktion ist das Thema Kaizen oder Lean den Mitarbeiter bekannt, aber nicht in Zusammenhang mit Cash. Da geht es vor allem um den Geist der Verschwendung, was Material und Zeit betrifft, aber auch die Haltung, effizient zu arbeiten.  Aber wenn man wirtschaftlich arbeiten will, dann geht es nicht nur darum, die Dinge richtig zu tun (Effizienz), sondern auch darüber nachzudenken, was die richtigen Dinge eigentlich sind (Effektivität). Es geht nicht um ein paar Schrauben mehr oder weniger im Lager, es geht vor allem um Zeit – Durchlaufzeit – die das gebundene Kapital festhält.

Es sind fast philosophische Grundwerte:

–  sei achtsam im Umgang mit Rohstoffen, nur so viel wie nötig

–  sei geizig mit der Zeit, fange es zügig an und bringe es zu Ende, fang es nicht mehrmals an

–  sei umsichtig, mache es gleich richtig und bessere es nicht nach.

–  sei wertorientiert, gib nicht mehr aus als nötig, mach es selbst.

–  sei sparsam, gib Geld schwer her und fordere es schnell ein.

Wenn man sich das so anhört, das wären auch Sprüche der Schwäbischen Hausfrau – oder einfach nur gesunder Menschenverstand eines Unternehmers.

Aber wieso muss man so was neu lernen?
Das hängt mit der Arbeitsteilung in Großunternehmen zusammen, ein Konzern ist nicht so transparent wie ein Mittelständler. In einem Konzern entscheiden Manager – jeder für seinen Bereich, jeder für sein Projekt und da wird etwas anderes belohnt: EBIT oder EBIT.da. Hier geht es vor allem um Ergebnisse und nicht um das Cash. Durch diese Arbeitsteilung und Segmentierung wird der Blick verengt. Leider kann da nicht die Finanzabteilung einfach gegensteuern und „halt !“ rufen. Der Auslöser für Cash-Abfluss vom Konto wird ja operativ ausgelöst wenn eine Rechnung bezahlt wird. Das Rechnungswesen hat den Überblick über den Cash-Flow und kann bei großen Investitionen entscheiden, ob diese aus dem „Free-Cash-Flow“ bezahlt werden – das heißt, ist genug freies Geld da, um den Invest zu tätigen? Aber den Regelbetrieb kann man nicht damit steuern, das geht nur vor Ort, ob in Produktion oder Administration.

Und da braucht es die „Awareness“ die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit der Mitarbeiter, vernünftig und unternehmerisch mit den Cash-Reserven umzugehen. Oft wissen diese gar nicht, welches Verhalten alles „cash“ kostet. Aber nur wer versteht, kann auch einsehen und verändern. Deshalb muss das auch Sinn machen. Einfach nur Cash absaugen, Lager auflösen – da machen die Mitarbeiter nicht mit.

Oft ist alles bis ins Kleinste geregelt.
Perfektionismus in der Administration führt oft dazu, dass der Fokus Kunde verloren geht. Die Bürokratie ist dann wichtiger und man verliert sich in Dokumenten, Unterschriften und Dokumentationen. Wenn das Überhand nimmt, dann muss gegen gesteuert werden. Das ist ein Moment, wo Cash ein Thema wird. Wie kommen wir wieder in ein normales Lot? Was macht eigentlich Sinn? Muss das sein? Tun wir das Richtige? … und wenn das dann noch Geld kostet, dann ist auch die Finanzabteilung alarmiert. Ein Change ist notwendig. Cash-Awareness ist mehr – als nur Free-Cash-Flow, auch wenn er dann das Ergebnis ist. Es kann auch heißen: Loslassen, Freiräume geben, agil arbeiten und das kann mal leider nicht messen – das ist Sache von Vertrauen, Respekt und Erfolg.