Je größer die Organisation, desto unübersichtlicher und unpersönlicher wird die Firma. Das natürliche Verhalten einer Person sorgt erst einmal dafür, dass es im eigenen Bereich stimmt und läuft. Da man mit den anderen Bereichen weniger redet, grenzen sich schnell kleine Silos ab. Erfüllt man seine Bereichs-Kennzahl und Ziele, ist man nicht in Gefahr und hat einen sicheren Job. Allerdings macht der Job keinen Sinn und auch keinen Spaß. Menschen in Unternehmen haben oft ein ganz gesundes Prozessverständnis – aber die Struktur der Organisation oder falsche Kennzahlen verhindern, dass es gelebt wird.
Organisationsentwicklung ist heute eher durch Kennzahlen und Zielvorgaben vorgegeben, also durch Finance gesteuert. Personaler hängen sich hier mit den individuellen Zielen an und schon ist die Struktur festgezurrt. Prozessdenken, Pull- und Push-Strategien, Supply Management und Logistik kommen dabei oft zu kurz. Ganzheitliche Ansätze und Wechselwirkungen werden oft nicht gesehen.
Simulationen und Planspiele unterstützen den Prozess, genau hinzusehen und zu verstehen. Im Kreis der Entscheider kann dann mit einem neuen Verständnis ein gemeinsames Vorgehen erarbeitet werden und die richtigen Werttreiber und Kennzahlen als Steuerung eingesetzt werden. Richtig durchdacht, wird das Unternehmen dann wieder topdown von einer Strategie geleitet und bottum-up wird gemessen, ob die Umsetzung vonstatten geht. Langfristiges Denken und Handeln stehen nicht mehr im Widerspruch zum kurzfristigen Gewinndenken. Es ist alles eine Frage der Balance und Flexibilität, auch auf Unvorhergesehenes schnell zu handeln und sich den veränderten Markt- und Kundenwünschen anzupassen. Wenn das Korsett zu eng geschnürt ist, bewegt sich der Körper zu langsam.
Simulieren mit Apples & Oranges, Planspiel Decision Base


