Ein kurzer Hinweis in einem Book-Review hat mich neugierig gemacht. Da schreibt doch der Schwede Henrik Warne (Profil) in der Rezension eines Buches auf Amazon: (Buches : Adrenaline Junkies and Template Zombies: Understanding Patterns of Project Behavior)
“Also, if you’re interested in this book, check out episode 131 at Software Engineering Radio. That podcast is an interview with Tom DeMarco and Peter Hruschka about this book, and it is well worth listening to.”
Was ist das denn, Software Engineering Radio? Klingt ja interessant, was soll denn das sein. Nun die Antwort fand ich schnell in Wikipedia : “Software Engineering Radio (auch kurz SE-Radio genannt) ist ein englischsprachiger Audio-Podcast zu Themen der Softwareentwicklung. SE-Radio wurde im Januar 2006 von Markus Völter gegründet. Völter arbeitet freiberuflich im Bereich Softwaretechnologie und –Engineering.” .. ” Die Beiträge sind zwischen 40 und 60 Minuten lang und erscheinen alle 10 Tage. Alle Inhalte des Podcast sind unter der Creative Commons 2.5-Lizenz (by-nc-nd) frei verfügbar. … Am 6. Juni 2008 erschien die einhundertste Episode. Nach eigenen Angaben besaß das SE-Radio im November 2006, also knapp ein Jahr nach seiner Gründung, circa 8.000 Abonnenten. Ein Drittel dieser Hörer stammt aus Deutschland. ”
Oh das fand ich doch wirklich neu: Ein Deutscher Entwickler startet so was! Nicht in Indien oder USA – nein in Deutschland. Das hat auch schon die Redakteure der Computerwoche zu einem Beitrag inspiriert und hier liefert Völter gleich die Antwort, warum er es tat: “Warum sich Softwareentwickler Völter für Podcasting begeistert, erklärt er so: “Ich bin oft unterwegs und ärgere mich darüber, die Zeit unproduktiv zu verplempern. Das geht vielen Kollegen so. Mit meinem Podcast möchte ich das ändern.” Einen IT-Spezialisten, der sich während des Joggens Gottfried-Benn-Gedichte anhört, wird man sicher kaum auftreiben. Umso größer ist der Zuspruch bei Podcasts wie dem Software Engineering Radio, dem vom Chaos Computer Club produzierten “Chaos Radio” oder dem “Tonabnehmer” von Frank Westphal, übrigens die einzigen ernst zu nehmenden Podcasts in Deutschland, die sich an Softwareentwickler richten.”
Nun hören Sie mal in den Podcast rein: Das ist Tom De Marco und Peter Hruschka im Interview mit Marcus Völter – ganze 46 Minuten Diskussion über das Buch: „ Adrenaline Junkies and Template Zombies: Understanding Patterns of Project Behavior“ Keine Zeit? Dann laden Sie es doch als MP3- Datei runter und hören es bei der nächsten Zugfahrt oder im Flieger …
Warum ist das für mich interessant: Seit fast 7 Jahren arbeite ich an Seminaren zum Thema Wissensweitergabe von Experten. Meine Rolle ist dabei die eines Moderators, der die richtigen Fragen stellt damit das Wissen in den Raum kommt und geteilt werden kann. Es kann nur der erste Schritt sein in einen Prozess des „aktiven Wissensmanagements“. Die meiner Community Wissensmanagement sprechen wir aber eigentlich nur über die Methode Web 2.0 für Unternehmen, und da geht alles schön schriftlich zu, wenn überhaupt jemand was schreibt. Oft sind das sehr lahme Enten, die nie ans Fliegen kommen. (Meine Meinung!)
Was mich gleich interessiert hat: Kann man die Methode Podcast übertragen auf andere Brachen? Sind die Anlagenbauer genauso aktiv im Netz wie die Softwareentwickler? Wie kann man die oft private Expertise von Flickr, youtube and twitter nutzen, um im Unternehmen eine Bereitschaft für Podcasts aufzubauen, die von der Community selbst gesteuert werden. Commuity of Practise aber mit internem Netz? Aber wieso immer nur intern, kann man gewisse Themen nicht auch im Netz diskutieren, ohne gleich Geschäftsgeheimnisse zu verraten? Sind nicht viele Themen so generisch?
Mal sehen, ob ich demnächst auch Interviews als Podcast in meinem Blog einbaue … ich frag mal jemanden der weiss, wie das geht


