Economics

Cash Awareness Programme

By 1. Oktober 2009 No Comments

In einigen Unternehmen gibt es folgende Stimmung: Wir brauchen mehr CASH – aber nicht durch Sparen und Knapsen – das verschreckt nur die guten Mitarbeiter – sondern durch besseren Umgang mit Ressourcen. Allerdings hatte man sich dafür bislang die falsche Kennzahl ausgesucht: Das Maß für alle operativen Leistungen war das Betriebsergebnis, oder wie im es eingedeutscht wurde: EBIT.

Diese Kennzahl motiviert nur zum sparen: Weniger Leute, weniger Zeit, weniger Platz und Raum. Auch wenn dies in vielen LEAN Programmen ganz pragmatisch gehandhabt wurde, es war doch die Beseitigung von WASTE mit der Sense und weniger, in Alternativen zu denken.

Nun gilt es die Kurve zu bekommen: Weniger Mitteleinsatz von Material – die klassisch als Anlagevermögen geführt werden und somit keinen Anteil am operativen EBIT haben- kommen in den Fokus. Natürlich war das auch ein großer LEAN-Beitrag, aber eben auch oft nur halbherzig, da es ja keine EBIT Auswirkung hat, dafür aber oft das Risiko im Supply Management erhöht: Je mehr an Lager ist, je geringer das Risiko, dass einem die Produktionskette bricht. Man wird dafür bestraft, dass man den Termin nicht hält und gemaßregelt, dass man zu teuer eingekauft hat (vielleicht last Minute) – aber bisher hat man wenig getan, damit man die Puffer wirklich abbaut – vor allem, wenn KAIZEN nicht als Philosophie verstanden wurde, sondern als Working Captial Optimierung.

Nun geht den Unternehmen das CASH aus – oder zumindest traut man den Banken nicht mehr, dass Geld in Zukunft günstig und reichlich zur Verfügung steht. Liquidität steht nun vor Profitabilität.

Viele kapitalintensive Unternehmen haben vor Jahren schon die Finanzkennzahl ROCE oder RONA eingeführt – die die Bilanzseite mit der G&V in Relation setzt und somit das Betriebsergebnis am eingesetzten Kapital misst. Aber diese Denkweise ist oft sehr im Finanzbereich hängengeblieben und warum muss man einem Mitarbeiter einen ganzen BWL Kurs zumuten, nur um diese Kennzahl zu verstehen? Wie handelt man nach Bruchzahlen? Wie setzt man das um? Das ist die spannende Frage.

Mit CASH Awareness versuchen einige Unternehmen nun, diesen Umweg im Denken zu verkürzen. Kurz und knackig geht es einmal darum, die alte Denke von EBIT und Anlagevermögen zu verstehen. (Einsatz der Simulation Apples & OrangesAufwand 2 Std.)

Dann geht es in die strategischen operativen Stationen der Produktionskette und der vielen Beispiele, wie LEAN umgesetzt wird und Waste zu Cash wird. Dabei fallen dann auch gleich die Beispiele für Lager, Maschinen und Grundstücke an – die bisher nicht so beachtet wurden. Alles im Kontext der Arbeitsabwicklung. Das hat dann plötzlich viel mit gesundem Menschenverstand zu tun, dass man nicht mehr einkauft als man eigentlich braucht.

Wenn die Philosophie von LEAN dann noch einmal wachgerüttelt wurde, wird ein neuer Denkprozess in Gang gesetzt: WASTE-Management. Viele denken vielleicht gleich an das Duale System und den Gelben Sack. Nun – den Gedanken kann man ruhig weiter spinnen und landet dann beim EURO-Sack. Denn hier wird der soeben geerntete WASTE aus LEAN bewusst gesammelt und am Sortierband angeschaut. Was haben wir denn da alles?

Die Teilnehmer verstehen nun, dass diese operativen Maßnahmen alle zu Geld zu verwandeln sind – und dann in der Unternehmens-Kasse landen. Dieses Geld muss aber recycelt werden – also wieder ins Unternehmen fließen, damit es für die Mitarbeiter Sinn macht, überhaupt zu sammeln. Nur um das Bankkonto für die Finanzleute zu füllen und dann Zinsen damit zu verdienen – motiviert die Produktioner nicht so richtig.

Also nun kommen die Maßnahmen:  Forschung & Entwicklung, Energy Efficency, Innovationsprojekte, alles das, was dem Unternehmen in Zukunft Vorteile verschafft, aber heute Geld kosten. Das macht Sinn. CASH To Invest – macht Mut.

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