Lernen

Manager play games

Unternehmensplanspiele im Fokus der FAZ mit der markanten Headline „Manager ärgere Dich nicht“. Unternehmerisches Denken und Handeln lernt sich gut im Planspiel. So mancher Anbieter schwört dabei auf ein Spielbrett aus Pappe statt auf den Computer. Interview mit Dr. Willy Kriz, Sagsaga.

Wie auch hier im FAZ-Artikel kommt immer wieder die Frage auf: ist das nicht altmodisch mit Brettspiel? Das passiert auch unter Kollegen beim  Dachverband der Planspieler Sagsaga. Zur Zeit ganz intensiv auch auf der Weltmesse für Lernen in Chicago ASTD. Es wird gerne polarisiert und das Brettplanspiel zum online-learning hinterfragt.

Meine Erfahrung mit Unternehmen ist, dass vorgeschaltete „Lerneinheiten“ online über Gewinn und Verlustrechnung und Bilanzen zwar angesehen werden, aber es wird nicht verstanden. Im Planspiel macht es dann erst „Klick“ im Kopf, wenn die Millionen per Hand geschoben werden und die Kasse leer ist. Lernen hat etwas mit „begreifen“ zu tun.

Aber es ist sicher nicht nur Didaktik und Lernverhalten, oft hapert es den Mitarbeitern an der Zeit, sich in Ruhe mit der Thematik zu befassen und nicht während des online-Lehrganges noch mal schnell ein Telefonat und ein paar e-mails zu machen. Reizüberflutung fördert nicht das Multitasking, sondern lähmt die Schnelligkeit des Hirnprozessors. Da alles nacheinander abgearbeitet werden muss, springen die Gedanken im Hirn hin und her. Außerdem entstehen dadurch noch keine „Autobahnen“ im Hirn, Nervenbahnen auf denen das Wissen fließen kann. (Hirnforscher im TV, Video auf Youtube). Die bilden sich erst, wenn Gelerntes auch angewendet wird, also öfter benutzt wird. Vom einmaligen Sehen/Verstehen kann das nicht passieren. Auch hier ist der Wiederholungseffekt im Planspiel (egal ob am PC oder am Brett) didaktisch so aufgebaut, dass mehrere Jahre geplant und gespielt werden müssen und somit auch die Bemessung in G&V und Bilanz dann wiederholt stattfindet.

Für ein Unternehmen macht auch hier dieser Lernvorgang nur wirklich Sinn, wenn die Teilnehmer anschließend dieses neue Wissen auch anwenden müssen. Deshalb ist es auch so wichtig, die Strukturen des Controllings in eine „Firmensprache“ zu übersetzen, damit das tägliche Tun, die Projekte und Abläufe in Kontext zu Finanzen verstanden werden. Der Transfer ermöglicht es erst, dass die Teilnehmer in die Selbstorganisation gehen können, wovon schon Peter Senge in seinem Hauptwerk The Fifth Discipline geschrieben hat. Lernende Organisation heißt doch, dass Mitarbeiter Wissen nutzen, teilen und anwenden.

Leave a Reply