Economics

Trend – High Potentials und Talente

By 10. Februar 2010 No Comments

Es ist schon interessant, da wurde noch vor einem Jahr der ‚Aufräumer’ gesucht der das Unternehmen wieder auf Performance trimmt, abspeckt, Leute freisetzt und die Kosten im Griff hat. Klar kommt das bei den Mitarbeitern nicht gut an, und die Kunden dürfen auch mehr zahlen um die Margen zu optimieren.

Wenn dann endlich der Profit wieder stimmt, ist das Image ruiniert, die guten Leute gehen und das Unternehmen steht ohne Vision und ohne neue Produkte da. Ebit und Profit sind halt die Zahlen von gestern, aber für morgen ist nichts da und die sauergefahrenen Kunden wechseln bei nächster Gelegenheit. Alle Jahre wieder die gleichen Verhaltensweisen, wann lernen wir mal hinzu?

So erging es wohl vielen, nicht nur Leo Apotheker bei SAP, er ist wohl nur das bekannteste Beispiel dieser Woche.

Gesucht werden nun wieder die Firmenlenker, die die Komplexität der Zusammenhänge verstehen und sich erinnern, dass es neben Finanzzahlen (Profitabilität und Liquidität) in der Balanced ScoreCard noch weitere drei Kategorien gibt:  Mitarbeiter, Kunden und Prozesse.

Der Trend:  Personaler schulen wieder ihre High Potentials und auch junge Talente mit der Simulation Tango. Sie sollen mehr lernen als Key-Indikatoren. So geht es darum, wie die Gruppe ihr Unternehmen im Wettbewerb führt und wie sich der Einzelne bei Stress im Team verhält? Neu ist auch, dass Planspiele jetzt mit Performance Coach gefragt sind. Diese/r ist nur beobachtend dabei und vermittelt dem jungen Star in einem Einzelcoaching am Rande des Geschehens, wie sein Verhalten gesehen wird und an welchen Themen er/sie arbeiten sollte.

Die Anforderungen ändern sich: Zahlen und Kennzahlen ja, aber nicht mehr im Fokus. Der Kunde und sein Wunsch kommt in den Vordergrund und die Frage ist, ob man den Wunsch erfüllen, bzw. wie man das kreativ und kostengünstig herstellen kann (Marktpotential erkennen und nutzen). Mitarbeiter müssen das Zusammenwirken der Faktoren verstehen. Man kann nicht nur über Ebit steuern, das greift zu kurz. Innovation kostet Geld, deshalb ist Portfoliobereinigung, De-Investment und M&A die neue Herausforderung, nicht cost-cutting an sich. Führung und die  Kultur des Hauses tragen dann ganz entscheidend dazu bei, wie die Führungskräfte mitziehen und ob der Job wieder Sinn macht.

Aufbau von Image beim Kunden und den Mitarbeitern werden in Zukunft auch die Börsianer wieder mehr interessieren, denn ein Unternehmen ohne Vision baut auch keine Produkte von morgen. Ausserdem hat es auch nicht die besten Mitarbeiter, weil die wandern dahin, wo Ideen gehört werden. SAP wurde hart abgestraft. Verlust von zwei Milliarden Börsenwert innerhalb von drei Tagen, ob man die vorher verdient hat?

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