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Intercultural topic Tea or Cafe?

By 15. Juni 2012 No Comments

Als die Bonner Gesellschaft für China Studien am 31 Mai nach Bonn einlud, hatte ich keine großen Erwartungen. Viele reden von China. Die meisten Deutschen, die dort Erfolg hatten, präsentieren sich in der deutschen Heimat als Helden,  frei nach dem Song: „If you make it there, you make it everywhere“ …. Frank Sinatra. Die deutschen Kollegen sehen das natürlich oft ganz anders …. (this is another story).

Begeistert hat mich der Beitrag der jungen Wu Qian. Sie ist Betriebswirtin und arbeitet als HR Managerin in Shanghai für die Firma Freudenberg Shanghai Ltd. Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeiten war der Vergleich chinesischer, deutscher und indischer Führungsstile. Sie hat ein wunderbares Bild in den Raum gestellt, das mir bis heute in Erinnerung geblieben ist:

„Europäer sind Kaffee-Trinker. Sie brühen das Kaffeemehl mit heißem Wasser auf oder drücken es mit Dampfkraft durch. Es geht schnell und schon ist der Kaffee fertig. Effektiv. Wenig Aufwand, wenig Zeit, schneller Genuss. So gehen Sie auch mit den Führungskräften um. Sie heuern sie an, werfen sie ins Wasser und wer kann schwimmt. Wer nicht performt geht unter. So erlebt Sie Talent Management.

Chinesen sind da eher Tee-Trinker. Sie nehmen den Tee und gießen nicht zu heißes Wasser darüber, um den Tee zu reinigen. Der erste Aufguss wird weggeschüttet. Der zweite Aufguss ist dann schon trinkbar, beim dritten Aufguss zeigt sich ob der Tee wirklich gut ist. Chinesen können warten.“

Mir hat das Bild so gut gefallen, weil ich mich vor Jahren in Shanghai in ein echtes altes Teehaus  gesetzt habe. Ich habe mir einen Tee bestellt und erhielt die ganze Zeremonie. Kleines Kännchen für den Teeaufguss, von dort ging es in eine noch kleinere Schale, die eher wie ein Fingerhut anmutete. Jeder Guss leerte das Kännchen und der Tee war wieder trocken. Nach dem Genuss kam der nächste Aufguss. So zog es sich fast eine Stunde hin. Wohlgemerkt wurde ich bedient. Das war Hochgenuss – und Kulturverstehen.

Ich hoffe, Sie hat da mit dem Vergleich recht, denn auch in China gibt es Instant-Kaffee und die neue Sitte, den Tea-to-go in einer Schraubglas mitzutragen, da steht dann der Tee oft stundenlang im Wasser, im ersten Aufguss wohlgemerkt 🙂