The summerschool ISAGA in Delft was excellent. We were a large group of 36 students, 3 organsizers and 12 teachers. Most of the teachers came from the TU Delft, some from Utrecht and one special guest from Dornbirn Austria: Prof. Willy Kriz. Two teachers come in by Skype . From the USA Prof Elizabeth Tipton and from Australia Prof. Elyssebeth Leig. (Find the whole program and names www.summerschool.isaga.net) My highlight was the new experience in the course of the two teachers Arne Bezuijen (The Barn) and Matthijs Schaap (Delatres): computer games with guns. I hate this kind of games and of course I never played them! But what a surprise, I loved it.  This was the task we got: Design a room and make a landscape of cubes and stairs. The goal is to hide a key, which can open the door. When you see the video you can hear a lot of laughter, it was great fun.

All 13 teams designed very interesting rooms. Our room was the most light and lean one. We had focused so much to make a nice staircase with the right proportions in the 3d world that all the 40 minutes run away. But still it was fun to learn how to set up an interesting room-design for a game, how to do it and use the mouse right and how to write the story for the gamer. Have a short impression on our room – compared to a second one later on. Youtube video The long report is in German and you might just want to see the pictures. The basic concept of game design Dick Dukes Recipe Book      (Presented by Vincent Peters) Form the book: Gaming the Futures language, 1974 Duke http://de.slideshare.net/pvdhyden/74duke-gaming-the-futures-language Phase 1: Setting the stage for the Project – Complete the essential primaries Phase 2: Clarifying the Problem – Define both the focus and scope Phase 3: Designing the Policy Exercise – Create a blueprint for the exercise. Phase 4: Develop the Exercise – Complete the rule of ten test runs. Phase 5: Implementation – Ensure proper use by the clientEs war die 10. ISAGA Summerschool und die dritte für mich. Was ist so spannend an einer Summerschool, mögen sich einige fragen, eine ganze Woche ! Nun – es ist nicht so einfach zu erklären. Eine Summerschool ist ein freier Raum, der von Akteuren gestaltet wird. Die Gruppe in Delft bestand aus 36 Teilnehmern, die aus mindestens 12 verschiedenen Herkunftsländern stammten, einschließlich Kanada, USA, China, Japan, Thailand, Kenia, Lettland. Aber auch die Europäer waren vielfältig: Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien, Polen und drei Deutsche. Die Mehrzahl stammte natürlich aus den Niederlanden. Diese Menschen haben etwas zusammen geschaffen, ein Werk – und das fühlt sich in etwa so an, als ob man in einem Chor singt. Es klingt nur, wenn alle sich einbringen. So ist auch eine Summerschool ein Erleben von Kooperation, Kreativität, Abstraktion, Theorie und Umsetzung. Und, ich muss es sagen, es war sehr anstrengend.

Testing the game

Allein diese Vielfalt war schon sehr beeindruckend: und dann die Altersunterschiede! Ich würde mal schätzen die jüngsten waren Studenten von ca. 25 und die ältesten zwischen 60 und 70.  Und nun noch ein Merkmal: Es waren ziemlich genauso viele Männer wie Frauen da, das zum Thema Gender. Die Hälfte der Teilnehmer war zum ersten Mal auf einer Summerschool. Einige interessierten sich schlicht dafür, andere studieren es, wieder andere arbeiten bereits in dem Feld „Games“.

Guest speaker Willy Kriz

Vorlesung Prof. Willy Kriz

Die Struktur der Summerschool war sehr gelungen. Wir hatten jeden Tag zwei Vorträge oder Erlebnisse von verschiedenen Professoren, teils aus Delft und Utrecht. Von Gametheory bis Gamification, Serious Games und Board games, von Computerspielen bis Rollenspielen war alles dabei. Die 12 Referenten und drei Organisatoren waren sich bei dem Thema „Simulation and Gaming“ auch nicht alle einig – aber genau das machte es ja sehr spannend. Ich hatte in meinem Leben noch nie ein Computerspiel gespielt, geschweige denn, eins programmiert. Das hat mir wirklich viel Spaß gemacht, im 3d Raum die Treppen zu verlegen. Das muss man einfach mal gemacht haben. Wir lernten: World of Warcraft ist „nur“ ein Spiel – aber es setzt Standards für virtuelle Welten. Siehe video in youtube.

Am Nachmittag gab es sechs parallele Workshops mit Coaches, die je eine kleine Gruppe von sechs Personen anleiteten. Der Coach gab das Thema der Spielentwicklung vor. Es gab manchmal sogar richtige Kunden, die auch später dazu kamen. Insgesamt wurden sechs Spiele entwickelt:

1. Ein Spiel für die Auditoren von Fairtrade, um mehr ins Storytelling zu kommen und nicht nur Berichte abzuliefern. Es war ein Dialogspiel mit Karten.

Fairtrade game

Game Fairtrade

2. Ein Spiel für Terre des Hommes, um das Elend der Kinder in Indien mit dem Überfluss von Kindern in Europa darzustellen. Dieses Spiel hatte schon auf der ISAGA Konferenz in Dornbirn begonnen, aber hier hatte eine kleine Gruppe doch mehr Zeit reingesteckt. Es wurde ein Spiel mit Karten.
3. Ein Spiel sollte entwickelt werden für die Oper. Der Regisseur wollte bei der Oper Parzival von Wagner das Publikum mit einem Spiel einbinden. Es wurde sehr interaktiv und das Thema Nachbarschaftshilfe wurde breit ausgerollt mit vielen Charakteren und Stories. Der Regisseur war total begeistert…

4. Ein Spiel sollte helfen, die Probleme von Change bei Projekten besser zu vermitteln. Dazu durfte das Spiel aber nur 30 min dauern und in 15 min debrieft sein.  Es war sehr spannend, all die Schachteln zu sehen, die in den Teams in Windeseile produziert wurden. Dann kam der Change: Andere Schachteln. Sehr schnell war klar, dass Change immer mit Kommunikation einhergeht.

5. Das fünfte Spiel sollte in einer Behörde Researchern helfen, die richtigen Fragen zu stellen. Zu viele neue Studien werden gemacht, obwohl ähnliche oder gleiche bereits vorliegen. Dazu wurde ein Spiel entwickelt, welches die Kommunikationsfähigkeit mit der Planungsphase kombiniert. Erst wenn klar ist, was man wirklich braucht, wird in einem Round-Table Gespräch mit den anderen Beratern geklärt, was schon da ist.

knowledge game

6. Das sechste Spiel war das Spiel mit dem Coach Eric Treske. Er hatte ein Beispiel aus Deutschland dabei. Es ging um die Stadt Schweinfurt in Bayern, die mit ihrer Industrie sehr stark auf die Produktion von Kugellagern spezialisiert ist und diese an die Automobilindustrie und Raumfahrt liefert. Diese Abhängigkeit und die Zentriertheit auf die wenigen Fabriken hat die Stadt alt werden lassen. 50 % der Einwohner sind bereits über 60 Jahre alt und arbeiten nicht mehr.

Prototype for SchweinfurtDie Stadt muss sich ihren Zielgruppen stellen und neue Konzepte erarbeiten, um sowohl die Stadt als auch das Umland besser in Harmonie zu bringen, vor allem, was den Autoverkehr angeht. Wir waren gleich sehr kreativ und haben drei Ansätze ausgearbeitet. Aber wie bei allem, wenn es sehr komplex ist, ist es besonders schwer, es einfach zu machen.

Wie man an den sechs Themen sieht, stehen soziale Themen im Mittelpunkt. Es geht um Awareness und weniger um das Gewinnen. Dabei geht es um Systeme, die sehr komplex sind: Welthandel, Veränderung, Verkehrssysteme etc. Und doch ist der Lösungsansatz das Spiel, dass emotional berührt, Dinge vermittelt und Beziehungen aufbaut. Nur dadurch werden Werte vermittelt und Inhalte transparent gemacht. Die Diskussion mit den Spielern kann das ganze noch einmal auf eine höhere Ebene bringen, deshalb ist auch Debriefing so wichtig.

Didaktisch waren die Coaches alle unterschiedlich unterwegs – aber irgendwo schimmerte doch immer wieder der Ansatz von Richard Duke durch, der bereits auf der Konferenz in Dornbirn mehrfach vorgestellt worden war. Nach Duke geht dies alles nicht in drei Schritten sondern in fast 21. Das ist für viele einfach zu aufwendig und so haben wir uns in den 6 Tagen auch mit einer Grundstruktur beschäftigt.

5 day process game design

Dick Dukes Recipe Book      (Presented by Vincent Peters)
Form the book: Gaming the Futures language, 1974 Duke
http://de.slideshare.net/pvdhyden/74duke-gaming-the-futures-language
Phase 1: Setting the stage for the Project – Complete the essential primaries

Phase 2: Clarifying the Problem – Define both the focus and scope

Phase 3: Designing the Policy Exercise – Create a blueprint for the exercise.

Phase 4: Develop the Exercise – Complete the rule of ten test runs.
Phase 5: Implementation – Ensure proper use by the client

Bei dieser Vielfalt wird schnell klar, dass es hier kein einheitliches Lernen geben kann. Jede/r nimmt etwas mit, was neu oder anders ist. Toll war, dass wir am letzten Tag noch alle Spiele angespielt haben und gezeigt haben: Ja es geht. Im normalen Leben dauert dies natürlich alles viel länger, da es ein Hin und Her zwischen Kunden und Entwicklern gibt, und mindestens 10 Testphasen mit den echten Teilnehmern.  Aber wir waren sehr zufrieden und glücklich, den gesamten Prozess in einer Woche erlebt zu haben und mit einem echten Resultat nach Hause zu fahren. Mehr zu dem Programm siehe link summerschool.isaga.net

Delft old City

Aber wir haben nicht nur  gearbeitet: Jeden Abend waren wir alle in einem netten Restaurant und wir kannten uns nach zwei Tagen schon recht gut in der Altstadt von Delft aus. Wer den Film: „Das Mädchen mit dem Perlenohring“ gesehen hat, hat eine Vorstellung, wie schön Delft auch nach 400 Jahren ist. Die Stadt ist sehr lebendig. Denn in der Woche hatten nicht nur wir unsere Summerschool, sondern die Uni in Delft hat ihre neuen Studenten willkommen geheißen. Wir haben davon nur die Straßenaktivitäten mitbekommen und das hat mich doch sehr an unseren Karneval in Köln erinnert, nur dass hier alles auf dem Boot und in den Kanälen stattfand. Musik und Fun überall.

Die Technische Universität Delft, kurz TU Delft, ist eine alte Universität, die aber mit einem erweiterten Campus ausgestattet wurde und nun sehr moderne Gebäude hat. Angefangen von der Bibliothek bis hin zum Bereich, in dem wir waren. „Ich glaub, wir sind da noch im Mittelalter“ war ein Spruch von Eric Treske, als er die Technik der Räume und die Glaswände bewunderte und sie mit den Räumen von München verglich. Die Sitzgruppen vor den Arbeitsräumen war ein mäandernder Block, mit Sitzgruppen für je 6 Personen an einem Tisch, der so eingebaut war, dass alle Geräusche geschluckt wurden. Wir hatten hier nicht nur unsere Treffen, sondern auch jeden Mittag einen Imbiss.

Mäandernde Gruppen

Campus Delft

TU Delft – modernste Räume

Wenn man bedenkt, dass das Organisationsteam nur aus drei Personen bestand, nämlich Heide Lukosch, Geertje Bekebrede und Rens Kortmann, dann Hut ab. Sie haben eine sehr persönliche und gemütliche Atmosphäre geschaffen und wir haben uns alle sehr schnell wohl gefühlt. Vielen Dank an alle, die aktiv dabei waren, ob per Skype von USA (Prof Elizabeth Tipton) und Australien (Prof. Elyssebeth Leigh), oder in Person, wie Prof. Willy Kriz, der seinen Urlaub so geplant hatte, dass er doch einen Nachmittag dabei sein konnte.

Ausrichter dieser Summerschool war wie immer ISAGA, dann die niederländische Dachorganisation Saganet, die Uni Delft und Siks – The School for Information and Knowledge Systems (SIKS) a Dutch Research School.

Die nächste Summerschool 2015 steht auch schon fest: Bankok, Thailand.
Die nächste ISAGA Conference wird vom 17-21 Juli in Kyoto, Japan stattfinden.  www.isaga.org
Was mich als Teilnehmer besonders angesprochen hat, ist die „Leichtigkeit“ mit der wir sehr schnell gearbeitet haben, auch wenn es harte Arbeit war und wir oft die volle Zeit bis 22 h abends in der Uni waren. Da ich fast nur als Facilitator von fertigen Spielen arbeite – war es für mich sehr spannend, mich an den Beginn des Prozesses zu stellen, wo das Problem des Kunden formuliert wird und die ersten Spielideen entstehen.

Claudia Schmitz, Mitglied ISAGA und SAGSAGA

Cenandu Learning Agency