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Toyota Way

By 12. März 2010 No Comments

Hat Sie das Thema Toyota in den letzten Wochen auch so betroffen gemacht? Als Anhängerin des „Toyota Way“ konnte ich das gar nicht nachvollziehen, was da los war. Wirtschaftskrieg in USA und Defamierung durch die Presse allein konnte es ja nicht sein. Heute habe ich mich über dieses interessante Interview mit Takahiro Fujimoto im Handelsblatt sehr gefreut. Es handelt sich um einen Produktionsexperten und Toyota-Kenner. Im Interview erklärt der Professor der renommierten Tokyo University wie es zu der verheerenden Pannenserie bei dem japanischen Autohersteller kommen konnte, was Toyota nun tun muss.

Deshalb war die auch Headline heftig und erinnerte mich an die Schlagzeilen über IBM in den 80iern. „Toyotas Manager arrogant und selbstzufrieden“. Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Es waren zu viele ambitionierte Ziele auf einmal: Schnelles Wachstum und Überholung von GM durch Kapazitätsaufbau (braucht Spezialisten), Zunehmende Komplexität der Modelle und Kundenwünsche (braucht Spezialisten) und hinzu der Technologiewechsel auf Hybrid (braucht Experten). Da hat man halt auf die alten Modelle vertraut, dass ja Qualität in Fleisch und Blut übergegangen ist … oder wohl doch nicht.

Spannend wird sein, wie andere Automobilbauer mit der Herausforderung umgehen. Alle haben Wachstumsmärkte außerhalb Ihres Hoheitsgebietes (von eigener Kultur) und müssen sich neuen Kundenwünschen schnell anpassen. VW’s strategische Offensive mit dem Modularbaukasten kann sicher einige Komplexitätsstufen reduzieren, aber ich zitiere den Professor:  „Heutzutage beinhaltet ein komplexes, also weit entwickeltes Automobil mehr als zehn Millionen Linien von Software-Codes, 100 Steuereinheiten und 30.000 Hardwarekomponenten. Zwar haben die Unternehmen versucht, den Grad der Komplexität zu reduzieren und gleichzeitig die eigenen Handhabungsprozesse zu verbessern, aber das Komplexitätsproblem ist nicht einfach in den Griff zu bekommen.“