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US Management und Europäische Unternehmer

US Management und US-Sprache für europäische Unternehmen? Ich erlebe fast in jedem BWL-Seminar, wo technische Führungskräfte lernen, was EBIT und Shareholder-Value ist, die Frage: „Wo ist der Sinn für uns?“ Viele Europäer, vor allem Deutsche, können mit dem „System der Maximierung des finanziellen Eigeninteresses = Grundprinzip freier Marktwirtschaft“ – so Ulrike Reisach – kaum etwas anfangen. Deshalb hat mich auch ihr Buch so angesprochen – sie schreibt nicht akademisch, sondern aus direkter Erfahrung. Beispiele sind „Middelhof – und Liz Mohn – bei Bertelsmann, Kleinfeld bei Siemens. Den Menschen in Deutschland geht dieses Denken gegen den Strich – oder gegen die verinnerlichte Kultur. Dies war im Januar 2008 eindeutig zu sehen, wie Presse, NRW-Regierung und Mitarbeiter auf Nokia in Bochum reagiert haben, obwohl es aus Shareholder Value Sicht alles völlig verständlich war. In Deutschland haben wir halt noch ein paar Stakeholder mehr im Portfolio, als nur Analysten und Investmentbanker: Landesregierungen, Gesellschaft, Mitarbeiter und Betriebsräte. Alle versuchen, etwas festzuhalten: Soziale Gemeinschaft. Aber auch hier scheinen die Amerikaner zu lernen. Das jüngste Buch von Peter Block dreht sich um Community – „The Structure of belonging.“ Dazu mehr – wenn ich es gelesen habe.

Wie unterschiedlich die wahrgenommenen Ziele bei erfolgreichen Unternehmensführern sind, zeigt der direkte Vergleich: Stehen in Deutschland Werte wie Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und der Gesellschaft, etwas Neues schaffen, Kontinuität des Unternehmens sowie Ansehen und guter Ruf an vorderster Stelle, sind in den USA das Wachstum der Firma, die Gewinne des Jahres, persönlicher Wohlstand und Macht die Faktoren, um die sich alles dreht. mehr ....

Ulrike Reisach ist promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin und erhielt für ihre Arbeiten zur Unternehmenskultur mehrere Wissenschaftspreise. Seit 1988 arbeitet sie in führenden Positionen der Kreditwirtschaft und Industrie, zurzeit bei Siemens. Reisach ist Autorin zahlreicher Fachartikel und Bücher. Ihr letztes Buch aus 2007 : Die Amerikanisierungsfalle – neu Ende Mai: „Aufbruch im Land des Drachen.“

Aufmerksam gemacht auf das Buch „Die Amerikanisierungsfalle“ hat mich Prof. Willy Kriz von der FH in Dornbirn (AT) – dort hat Ulrike Reisach vorigen Monat einen Vortrag gehalten. Der Redebeitrag liegt auf der Seite der Fachhochschule Voralberg

Profil der Autorin, die heute bei Siemens in Strategiebereich arbeitet: Das Buch ist noch nicht auf englisch erschienen – aber es gibt eine Zusammenfassung auf englisch. reisach-globalization-of-american-management-styles1.pdf

Claudia Schmitz –

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