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Was sind intelligente Innovationen?

By 8. Oktober 2008 No Comments

Im Bereich Innovationen stehen immer wieder technische Lösungen und Patente im Mittelpunkt der Diskussion. Dabei muss dies gar nicht die intelligenteste Lösung sein, noch besser und schneller zu sein. Oft liegt der Ansatz in einer neuen Nutzung. Beispiel: Mobile Selbständige wie ich, die mehr im Flugzeug sitzen und in im ICE nach Stuttgart, haben ein anderes Verhältnis zum Auto. Im Stadtverkehr wird das Fahrrad benutzt und die S-Bahn. Auto ist nur noch fürs Wochenende da – um Freunde zu besuchen, oder den Großeinkauf im Supermarkt zu erleichtern. Da der Einsatz des Fahrzeuges im Vergleich zur Mobilität mehr als gering ist, spielt Ausstattung und Image keine Rolle mehr. Eigentlich wäre es fast wirtschaftlicher, mit dem Taxi zu fahren. Es ist die liebe Gewohnheit und die Bequemlichkeit, die da in der Tiefgarage gegenüber steht. Immerhin ist mein Auto jetzt doch schon 15 Jahre und mit noch nicht ganz 200.000 km recht ordentlich genutzt. Wenigstens die Bilanz stimmt auf die Jahre.

Der Ansatz zur Innvation ist also nicht die neue Technik – sondern die neue Bewertung. Es ist bereits alles da – man/frau muss es nur anders nutzen.

Beispiel Boulder, USA. Das Ziel der Stadtväter ist es, dass intelligente Haushaltsgeräte ihren Stromeinkauf selbst optimieren – anhand der online mitgelieferten aktuellen Preise. Gewaschen, gekühlt oder geladen wird erst dann, wenn der Strom billig ist und nicht, wenn der Verbraucher auf den Knopf drückt. Dem ehrgeizigen Energieprojekt kommt so die Online-Affinität und das Interesse an grünen Themen der Bewohner von Boulder entgegen.

Was eine Umstellung auf Energieeffizienz für die Städte bringt, hat McKinsey zusammen mit Siemens in einer Studie errechnet: Die Millionenmetropole London könnte mit einer nachhaltigen Infrastruktur 20 Megatonnen Treibhausgase bis 2025 einsparen – eine Verringerung um 44 Prozent gegenüber 1990.

Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Alle Ökobilanzen und Effizienzbewertungen hängen immer davon ab, welche Werte man einrechnet und wie weit man den Bogen zieht. Besonders gut hat mir der Klima-Bericht über Japan gefallen. Dort erwägt man für den Sommer eine neue Business Kleidung, ohne Krawatte und Sacko, denn damit könnte man die Raumtemperatur bei 24-25 Grad belassen, ohne die Leistungsfähigkeit zu stören, aber gleichzeitig die Klimaanlage runterschalten und Strom sparen. Das ganze wird mit Cool-Biz beworben. Das gleiche gilt für den Winter – warum kann man nicht bei 19 Grad arbeiten und sich einen Pullover anziehen, ging ja zu Studentenzeiten auch noch.

Vielleicht hören wir mehr auf die Vierjährigen: Warum ist das so? Ja, die Frage sollten wir uns auch öfter stellen und Konzepte und Gewohnheiten in Frage stellen. Hinterher fragt man sich immer, wieso man das nicht gleich so gemacht hat, aber stellen Sie mal in Deutschland den Firmenwagen in Frage! Oh weh ….

Mehr zu dem Thema auf dem Internationalen Kongress EWMD in Lissabon am 8. November, der von dem intern. Netzwerk EWMD organisiert wird. Hier stellt u.a. Teresa Correia de Lacerda aus aus Lissabon ihr Firmenkonzept von selfengery.eu vor: Es geht um die Energieeffizienz bei Service-Organisationen (keine Industrie) sondern vorwiegend bei Hotels und Verwaltungsgebäuden. Das Team von Teressa macht eine Energie-Analyse und stellt Opimierungsbedarfe fest. Diese werden in Investitionsbedarf umgerechnet. Der Energieverbrauch bei Nichthandeln wird mit dem optimierten Modell verglichen und errechnet, wann sich die Investition rechnet. Da viele die Investition nicht cash zahlen können, übernimmt die Firma die Finanzierung (Heizungsanlage, Doppelverglasung etc.) und leased diese 10 Jahre an den Kunden. Es rechnet sich für Hotel und Teresa. Für das Hotel sofort, da der Energieverbrauch sofort zurückgeht, für Teresa erst in ein paar Jahren, wenn die Investition bezahlt und die Leasingrate den Gewinn bringt. Übrigens gibt es das Modell auch in Deutschland, aber weder Energieversorger noch Banken sind so richtig dabei.

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