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Wissensvermittlung von Experten

By 17. April 2007 No Comments

In der sogenannten ‚Wissensgesellschaft‘ verfügen Exper­ten über große Mengen an verdichtetem Wissen. Sie sprechen eine »eigene Sprache« und arbeiten mit einer Vielzahl von Begriffen. Wenn Experten ihr Wissen er­folgreich vermitteln wollen, bzw. sollen, dann rücken didaktische Fragen in den Vordergrund. Es gibt verschiedene Ansätze, dieses oft unstrukturierte Wissen aufzubereiten. Die bereits in der Frühzeit verwendete Methode „Storytelling“ erlebte besonders deshalb eine Renaissance, da diese Methode Spaß macht, einfach ist, weitererzählbar ist und Bestandteil der Kultur wird. Karl-Erik Sveiby und Tex Skuthorpe haben gerade dazu ein interessantes anthropologisches Buch am Beispiel der australischen Aboriginals geschrieben. Treading Lightly: The Hidden Wisdom of the World’s Oldest People.Heute wird diese Methode in Unternehmen eingesetzt – mehr dazu bei der Beratung Narrata, die diese Methode bevorzugt nutzt.

Nicht nur Storytelling wurde genutzt, sondern auch Bilder als Wissensvermittler.Die erdfarbenen Bilder der Aboriginals in Australien haben oft eine sehr modern anmutende Optik mit Punkten und Kreisen, für den Insider (Wissender) ist es aber eher eine mit Sinn gestaltete Wissenslandkarte. Es gibt mehrere Ebenen des Verstehens, je nachdem, wie tief das Wissen des Beobachter initiiert worden ist. Das gleiche Symbol hat mehrere Bedeutungen auf verschiedenen Ebenen. Eine wunderbare Form, anthropologische Beobachtungen aus einem anderen Kulturkreis so aufzubereiten, dass sie mit den neuen Methoden der Wissensweitergabe (Wissensmanagement) in Unternehmen vergleichbar gemacht werden kann. Karl-Erik Sveiby hat sich zuvor jahrelang mit dem Thema Wissenskapital und Intangible Assets beschäftigt und unterrichtet heute an der Universität in Helsinki. Mehr zum Buch

Wissen in Bildern und Karten wird auch als Unterrichtsmaterial in Schulen und Seminaren eingesetzt, Planspiele und interaktive Medien dienen dem gemeinsamen Lernen. Das Lernen wird nicht abstrahiert und vorgeführt, sondern durch gemeinsames Tun erworben. Es ist das eigene Erleben. Hier sei auf die Lektüren von Dr. Willy Kriz verwiesen, der sich auch stark in der Organisation für Simulationen und Gaming engagiert. Mehr www.sagsaga.org

Einen interessanten Beitrag schrieb dazu auch ein Didaktiker der Fachhochschule in Wien. Allerdings geht es hier vorwiegend um Sprachvermittlung. Aus der Kommuniaktionsforschung wissen wir, dass wir nur 4 % durch Sprache vermitteln können. Und von diesem wenigen Wissen, welches wir in Worte fassen können, kommt dann auch noch wenig an, weil der Experte „Fachchinesisch“ spricht. Mehr dazu in diesem Beitrag. Der PDF Download ist kostenlos vom Verlag: (c) Symposion Publishing Verlag, https://www.flexible-unternehmen.de/pdf/21070103.pdf Flexible-Unternehmen.de,
Ausgabe Mai 2007 https://www.flexible-unternehmen.de,

Zusammenfassung des Beitrags: „Das Wissen von Experten ist in einer besonderen Wei­se organisiert: Umfangreiche Wissensbestände liegen in einer »verdichteten« Form vor, die zudem auf eine »eigene Sprache« zurückgreift. Um dieses Wissen er­folgreich zu vermitteln, empfiehlt sich die didaktische Strategie des Weniger-ist-mehr: Erkenntnisse werden für die Kommunikationspartner in einer reduzierten und gleichsam konzentrierten Form aufbereitet, um Orientierung in der »Informationsflut« sicherzustellen. Dieses didaktische Vorgehen fokussiert die inhalt­lichen Aspekte eines Lehrprozesses. Damit ergänzt es die derzeit tonangebende Ausrichtung auf die Lern- und Präsentationsmethoden in einer sinnvollen Weise.“ Martin Lehner

Martin Lehner, Prof. Priv.-Doz. Dr. phil., ist Hochschullehrer an der Fachhoch­schule Technikum Wien. Er vertritt die Bereiche Didaktik, Wissensmanagement und Organisationsentwicklung. Martin Lehner promovierte bei Professor Döring zur Geschichte der Didaktik und habilitierte bei ihm im Jahr 2001 zum Thema »Pädagogik der Mitarbeiterführung«.

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